Mathias Kloß "Öl & Gut"

 

Wann und mit welcher Motivation hast du gegründet? 

Eigentlich komme ich aus der Werbung, Marketing und Produktfotos. Damals wollte einer meiner Kunden sein Gewerbe abgeben, um genau zu sein, wollte er seine Mühle, den Laden und Grundstück in Raddusch verpachten. Ich selber habe zu dieser Zeit nach neuen Wegen gesucht und sah darin eine interessante neue Tätigkeit. Ich war auch schon in der Promotion tätig, hatte da immer mehr den Fokus draufgelegt. Als jedoch das Angebot mit der Ölmühle kam, wechselte ich die Sparte. Vor allem durch Corona musste das mit dem Öl schnell tragfähig sein. 

Offiziell gegründet habe ich Öl & Gut im August 2018. Der Name war übrigens die Idee eines Freundes, der nach einem Abend des Brainstormings meinte: „Nenn es doch einfach Öl – und gut ist“. Grundsätzlich war das Ölgeschäft neu für mich, aber ich wurde gut von besagtem Kunden eingewiesen. Durch meine Selbständigkeit wusste ich auch schon, wie der Hase läuft, zumindest wenn es um Steuern, Buchhaltung und Marketing ging.

Nun hieß es also, meine Produkte an den Mann zu bringen. Ich fing an auf Event- und Wochenmärkten. Das lief anfangs gar nicht gut, da ich im Winter anfing. Doch Stück für Stück konnte ich mir einen Kundenstamm aufbauen. Mit der Zeit kamen Wiederverkäufer wie Marktkauf oder das E-Center Scholz im TKC Cottbus dazu, die meine Produkte auch anbieten. Die Kräuterei in Burg, der Biohof Auguste oder das Rewe in Vetschau verkaufen mittlerweile auch meine Öle.

 

Was genau machst du? Mit welchem Wunsch kommen die Kunden zu dir?

Ich stelle in einer Mühle eigenes Öl her und verkaufe dieses im Laden oder auf den regionalen Märkten. Angefangen hat alles mit kaltgepresstem Leinöl, dafür hatte ich die Ölmühle in Raddusch, in der ich das Öl auch heute noch herstelle. Das Sortiment wächst natürlich auch mit der Zeit. So gibt es auch Bio-Leinöl und Sonnenblumenöl und in Zukunft vielleicht auch Kürbiskernöl. Da aber nicht viele Kunden jede Woche neues Öl brauchen, biete ich in meinem Wagen auch regionale Produkte anderer Lieferanten an.

Mittlerweile habe ich über 10 Lieferanten für regionale Produkte der verschiedensten Art. Da achte ich gern auf Regionalität. Es ist gut, wenn wir uns in der Region gegenseitig unterstützen. Durch Recherche im Internet oder auch durch die Zukunft Lausitz finde ich immer mal neue Partner, mit denen ich kooperieren möchte.

 

Wie konnte dir die ZL bei deiner Gründung helfen?

Am wichtigsten war für mich das Netzwerk. Ich kenne die Zukunft Lausitz schon, seit sie existiert. Ich hatte wie gesagt schon eine gute Übersicht durch meine langjährige Selbständigkeit und brauchte das Wissen aus den Workshops nicht. Für eventuelle Förderungen und Netzwerk ging ich vor meiner Gründung dennoch zur Zukunft Lausitz und bekam bei manchen Veranstaltungen die Chance, mich und meine Produkte zu präsentieren.

 

Was ist das Schönste an deinem Job?

Durch meine Entscheidung die Ölmühle zu übernehmen, kam ich von der Arbeit am Rechner zu körperlicher Arbeit, die mich sehr erfüllt. Man sieht halt am Ende des Tages, was man gemacht bzw. produziert hat. Ich kann auch einfach mal experimentieren und neue Produkte herstellen. Anders als damals im Büro kann ich nun viel draußen sein, das Tageslicht genießen. Mir gefällt auch die Abwechslung, da ich mindestens zweimal in der Woche unterwegs bin und verkaufe und einmal wöchentlich Öl herstelle. Der Kontakt zu meinen Kunden macht echt Spaß und so gibt es auch immer wieder neue Ideen, die ich umsetzen kann.

 

Gab es Hürden auf deinem Weg?

Derzeit stehe ich vor der Herausforderung, dass ich alles allein mache. Von Buchhaltung, Marketing, Verkauf bis zur Kundenakquise. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Aber da finde ich bestimmt eine Lösung bzw. jemanden, der mir in Zukunft unter die Arme greift.

 

Hast du Tipps für andere Gründer?

Netzwerken ist das A und O! Aber du solltest auch für deine Sache brennen und andere begeistern können. Dranbleiben ist der Schlüssel zum Erfolg, denn es gibt immer Hürden zu meistern.

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