Nicole Klauk "4 freche Pfoten"

Wann und mit welcher Motivation hast du gegründet?

Gegründet habe ich am 17. Januar 2022. 12 Jahre meines Lebens arbeitete ich als Verkäuferin. Anschließend war ich 5 Jahre lang Außendienstmitarbeiterin für Mobilfunk. Das war ein anstrengender, zeitintensiver Job, der mich an meine körperlichen Grenzen brachte. 2019 bin ich – wahrscheinlich durch diesen extremen Stress – an Krebs erkrankt und war eineinhalb Jahre nicht arbeitsfähig. Zu der Zeit habe ich über viele Dinge nachgedacht und mich auch durch einen Schubs meiner Eltern für einen Hund entschieden. Er stellte mich vor viele Herausforderungen, zu denen ich mich belesen und informieren musste. Einen Welpen in dieser Zeit zu holen, war vielleicht nicht die beste Idee. Aber gerade dadurch kam ich zu der Ausbildung, die ich dann machte. Ich entschied mich für eine Institution, die sich ganzheitlich mit dem Hund beschäftigte. Durch Corona dauerte diese Hundetrainer-Ausbildung dann eineinhalb Jahre. Nebenbei machte ich schon ein Praktikum in einer Hundeschule und danach ging es relativ schnell. Die Prüfung habe ich im Februar 2022 bestanden und erhielt den Sachkundenachweis, durch den ich nun offiziell als Hundetrainerin arbeiten darf.

Jetzt bin ich auf Teilzeit angestellt bei der Knappschaft und kann auf sicherem Wege meine Hundeschule immer weiter ausbauen.

 

Was genau bietest du deinen Kunden?

Ich biete Einzeltrainings für Hunde an, vor allem für Problematiken, die in der Gruppe nicht so einfach zu lösen sind. Ich selbst bin Fan von Auslastungskursen, Fährtenarbeit und Dummytraining.

Was nur ich anbiete, sind Krimiwanderungen. Manchmal geht es um abenteuerliche Geschehnisse. Es werden Vermisste gesucht, aber durchaus auch Morde aufgeklärt. Auf einer Route müssen die Hunde mit ihren Besitzern die Hinweise finden und kombinieren. Diese Tour möchte ich als Event anbieten, im Sommer auch mit Picknick und Getränken. Es soll ein friedvolles Miteinander sein.

 

Wie konnte dir die ZL bei deiner Gründung helfen?

Durch meine Freundin, die 2021 eine Fahrschule bei der Zukunft Lausitz gegründet hatte, wurde ich auf das Gründungszentrum aufmerksam. Ich ging direkt mit der Idee dorthin. So erstreckte sich die Zusammenarbeit auf etwa ein halbes Jahr.

Leider konnte ich keine Seminare mitmachen, hatte aber Einzeltermine mit meinem Coach. Da haben wir geschaut, was ich anbieten muss, was ich alles einplanen sollte.

Ich hatte gar nicht gewusst, dass da so viel dahintersteckt. Auch ein Steuerbüro habe ich mir danach gesucht.

 

Was ist das Schönste an deinem Job?

Die Hunde natürlich (lacht). Diese Arbeit mit den Tieren braucht auch mal ein Um-die-Ecke-denken, da kann ich kreativ sein. Auch das Draußensein ist ein sehr großer Vorteil.

Am schönsten ist es, wenn die Menschen merken, wie es auch anders mit dem Hund geht. Dass alle zufrieden und ohne Stress auskommen können.

Derzeit ist meine Selbständigkeit auch ein guter Ausgleich zum Bürojob, was ich wirklich genieße.

 

Gab es Herausforderungen auf deinem Weg?

Einigen in meinem Umkreis fehlte das Verständnis für einen so riskanten Job. Da musste ich mich oft erklären. Allerdings standen mein Mann und meine Eltern immer hinter mir und haben mich unterstützt.

 

Hast du Tipps für andere Gründer?

Einfach machen! Wenn die Idee gut ist und Potenzial hat, dann einfach machen! Entscheide dich für eine Arbeit, auf die du Bock hast, nicht weil du musst.

 

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